MÄDCHEN IN UNIFORMEN

Theater nach dem fast gleichnamigen Film

Spiel: Diana Bayer, Carla Bucher, Selma Eberle, Nadine Huang, Johanna Indergand, Mina Marbacher, Jule Nilles, Lilly Peters, Dinoshan Rajavarnan, Elin Steinmann, Kogulan Thayakaran, Mona Zimmermann

Regie und Text: Annina Dullin-Witschi und Anne-Sophie Mentha

Musik: Christov Rolla

Raum und Licht: Andreas Herrmann

Kostüme: Paula Herrmann

Produktion: Regula Mentha und Andreas Zürcher

Grafik: Emma Lou Herrmann

Mädchen in Uniformen – Theaterprojekt der KSA

Im diesjährigem Theaterprojekt erarbeiten wir gemeinsam mit zwölf SchülerInnen der KSA eine Adaption des Filmes „Mädchen in Uniform“ (Von Géza von Radvanyi, aus dem Jahr 1958 mit Romy Schneider als Manuela). Der Luzerner Musiker Christov Rolla unterstützt uns als Komponist. Er schreibt Lieder, welche er mit den SchülerInnen einstudiert. Zudem spielt er den Kapellmeister des Internats und begleitet die Stücke auf dem Harmonium.

Im Mädcheninternat gibt es keinen Platz für Geborgenheit und Individualität. Der Alltag ist auf die Minute durchgetaktet und die Klasse wird physisch und psychisch gedrillt. Frau Oberin und Frau Racket halten nichts von Wohlleben und Gefühlsduselei, alles was zählt, sind Ordnung, Disziplin und Abhärtung. Einzig die beiden Köche Vladimir und Estragon, sowie der alte Kapellmeister bringen etwas Menschlichkeit in die kalten Mauern. 

Für die Neue im Institut, Manuela von Meinhardis, ist die Lage besonders tragisch. Erst vor kurzem ist ihre Mutter verstorben und nun soll sie sich mit diesen verschrobenen Kommilitoninnen zurechtfinden. Erst die Theaterproben für Romeo und Julia verhelfen Manuela dazu, eine Ausdrucksform zu finden. Sie blüht auf. Gemeinsam mit der Lehrerin Frau Bernburg entdecken die Mädchen eine für sie noch unbekannte Welt zwischen Realität und Fiktion, sie tauchen ab in den Zauber des Theaters.

In Auseinandersetzung mit diesem Stoff gehen die TeilnehmerInnen des Freifachs Theater der Frage nach, was Fantasie, Gedanken- oder Wunschwelten für eine Rolle im Dasein einnehmen können. Was haben Leistungsdruck, Drill und Disziplin für Auswirkungen auf die persönliche Vorstellungskraft? Wann findet man in seinem eigenen Kopf einen Rückzugsort, in dem alles möglich ist? Wann können sich aber auch ungelebte Fantasien zuspitzen, in ein Wahnhaftes kehren? Dabei nähern sich die SchülerInnen ihrer eigenen Vorstellungskraft an. Eigene Bilder und Wünsche werden formuliert, finden Ausdruck und sollen auch in die Aufführung selbst miteingeflochten werden können.

Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erarbeiten wir Figuren, welche Teils vorbestimmt, aber auch im Prozess definiert werden. Hier gilt es, Ausdruck zu finden für sich selbst, mit der Freiheit, eben gerade nicht sich selbst sein zu müssen, sondern eine Rolle spielen zu dürfen. Zudem beschäftigen wir uns auch mit dem Finden der eigenen Stimme. Sprechen vor Publikum braucht Überwindung und setzt eine gewisse Praxis des Redens voraus. Das ist ein wichtiger Anspruch unserer Arbeit mit unserem Ensemble. 

Ausserdem zeigen wir eine „offene“ Theaterprobe im Stück. Fräulein Bernburg ist die Regisseurin und gibt Anweisungen. So sieht der Zuschauer eine Szene in verschiedenen Arten gesprochen, mit dem Körper unterstützt oder dagegen gehend, von verschiedenen Menschen gespielt. So erleben wir, welche Elemente dazu führen, dass uns eine Szene „wahrhaftig“ oder eben bloss „gespielt“ erscheint.