Lehrstücke Mathematik

Ein erfolgreiches Unterrichtsentwicklungsprojekt

Lehrstücke Mathematik

Auszug aus dem Vorwort zur Broschüre "Lehrstücke Mathematik":

Ohne die Mathematik wäre unser Alltag ein anderer. Doch sie ist nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern wurde von neugierigen Menschen während Jahrtausenden zu dem gemacht, was sie heute ist. Es ist faszinierend, diese Menschen kennen zu lernen, ihren Fragen nachzudenken und die Phänomene und Gegenstände, denen sie ihre teilweise bahnbrechenden Erkenntnisse oft mühevoll abgerungen haben, zu verstehen. Lehrstücke rücken diese Menschen, Phänomene und Gegenstände ins Scheinwerferlicht. Die Lernenden werden durch ein Lehrstück in die originalen Fragestellungen hineinversetzt, sie ringen um Antworten und erleben die Lust an der mit Schweiss erarbeiteten Erkenntnisgewinnung. Mathematik bekommt so ein Gesicht, welches freundlich lächelnd den Schüler zum Mitdenken und zur vertieften Auseinandersetzung mit sich und der Welt einlädt.

Im August des Jahres 2006 fand sich eine Gruppe von fast einem Dutzend Lehrpersonen an der Kantonsschule Alpenquai Luzern zusammen, um bereits bestehende Lehrstücke in Mathematik kennenzulernen und im Unterricht auszuprobieren.

Vier davon drehen sich um historisch bedeutungsvolle Rätsel, die derart verblüffend sind, dass die Lernenden nicht eher ruhen, bis sie endlich aufgelöst werden können (Seite 5-7). Diese Lehrstücke sind fester Bestandteil unseres Mathematik-Unterrichts geworden.

Schüler der 2. Klassen an der KSA dürfen sich im Profilfach auf die Lehrstücke „Faradays Kerze“ oder „Die Himmelsuhr“ freuen (Seite 7-8). In ihnen weitet sich der Horizont, die Schüler promenieren staunend durch Gebiete der Chemie, Physik und Ökologie, oder ihr Blick schweift zu den Himmelsbildern und den Geschichten, die diese erzählen.

Die vier von uns komponierten Lehrstücke (Seite 8-13) bieten echte Sternstunden vor allem für Schüler des Schwerpunktfachs „Physik und Anwendungen der Mathematik“. Sie führen von einer Wasseruhr im Alten Ägypten, einem Wettstreit im eleganten Venedig oder verrussten französischen Bergwerken bis hin zu unzugänglichen chinesischen Klippen. Wenn das keine genussvolle und geistnährende Weltreise ist…!

Wissenswertes über die Lehrkunstdidaktik erfahren Sie im Artikel von Prof. Hans Christoph Berg (Seite 15-18).

Ich bedanke mich bei der Schulleitung der KSA dafür, dass sie uns die Auseinandersetzung mit der Lehrkunstdidaktik überhaupt ermöglicht hat. Unser Rektor Hans Hirschi hat bereits in den frühen 1990er Jahren an einem Seminar in Davos die Lehrkunstdidaktik kennen und schätzen gelernt und unser Vorhabenmit besonders viel Wohlwollen bedacht. Mit Hilfe der Mathematik können wir uns und unsere Welt lustvoll erfahren und besser verstehen.

Philipp Spindler, Kantonsschule Alpenquai Luzern