Jahresbericht der KSA

Schuljahr 2016/17

Jahresbericht 2015/16

[Vorwort zum Jahresbericht]

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Umstände des Erscheinens dieses Jahresberichts sind zu einer Chiffre für das ganze Schuljahr 2016/17 geworden. In ihnen bündeln sich die Hauptthemen, mit denen sich die Schulgemeinschaft in diesem Jahr auseinandergesetzt hat: Sparmassnahmen, Digitalisierung, pädagogisch-kulturelle Ideale des Gymnasiums.

Die Luzerner Regierung stellt keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung, um Jahresberichte zu drucken. Sie will damit Einsparungen in Zeiten knapper Kantonsfinanzen erzielen und die neuen Möglichkeiten des Online-Publishing nutzen. Was ist davon zu halten?

Auf dem Rektorat steht eine lückenlose Reihe von Jahresberichten seit 1847. Ist es richtig, die Schulchronik in gedruckter Form heute abzubrechen? Ist die elektronische Archivierung so verlässlich, dass sich auch künftige Generationen ein Bild ihrer eigenen Herkunft machen können? Eröffnen elektronische Publikationsformen neue Chancen, der Nachwelt mit Video- und Tondokumenten ein noch vielfältigeres Bild des Schullebens zu zeigen?

Wir sind vorsichtig. Die Alumni der Schule, der Verein der Ehemaligen, ermöglichen uns in verdankenswerter Weise den Druck einer Minimalauflage. So kann sich auch das Schuljahr 2016/17 zu der langen Reihe unserer Jahrbücher gesellen. Unsere eifrigsten Leserinnen und Leser, von denen wir wissen, dass sie Liebe Leserin, lieber Leser lieber in Buchseiten blättern, statt auf dem Tablet zu scrollen, können eine gedruckte Version bestellen, und wir sind gespannt, wie viele es sein werden. So werden Alt und Neu zumindest in diesem Jahr nebeneinander bestehen.

Wie unsere Jahresberichte veröffentlicht werden, mag vielleicht zweitrangig sein. Dass die Schule eine fortlaufende Chronik schreibt, gehört hingegen zu den zentralen Anliegen gymnasialer Bildung. Menschen sind nicht beliebig austauschbar, sondern als Individuen zu achten: Das ist eine feste Überzeugung gymnasialer Bildungsphilosophie seit Humboldt. Wie aber könnte sich Individualität herausbilden ohne Wissen von der eigenen Herkunft, ohne Kenntnis davon, welche Erfolge und Niederlagen früherer Generationen die Gegenwart noch beeinflussen? Egal wie Jahresberichte künftig veröffentlicht und archiviert werden, wir fühlen uns verpflichtet, jährlich den nicht geringen Aufwand auf uns zu nehmen, am Ende des Schuljahres zu dokumentieren, was nicht dem Vergessen und damit der Gleichgültigkeit anheimfallen soll.

Der Einzug der Digitalisierung in die Schule wirft aber noch weitere Fragen auf. Werden einmal Lehrpersonen durch Computer ersetzt und Schulzimmer durch Homeoffices, wo sich Schülerinnen und Schüler in Lernprogramme einwählen? Könnte auch so ein Spareffekt und vielleicht sogar eine attraktivere und wirksamere Form des Lernens erzielt werden? Die Chancen des Computereinsatzes im Unterricht sind gewiss gross. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass Computer die Informationsbeschaffung und -verarbeitung auch im schulischen Kontext stark verändern werden. Und doch wird pädagogische Arbeit am Gymnasium wesentlich ein Beziehungsgeschehen bleiben. Die direkte

Auseinandersetzung mit andern Menschen, Lehrpersonen und Mitschülerinnen und Mitschülern, wird für den persönlichen Bildungsprozess auch künftig unverzichtbar sein. Ich lade Sie ein, einen Einblick zu nehmen in das bunte Leben unserer Schule, egal ob sie im Buch blättern oder ihr Fenster am Computer zum Alpenquai hin öffnen.  

Hans Hirschi, Rektor